Unsere Projekte

Von „Oh Tannenbaum“  zu „Mut und Magie“ - wie unsere Initiative entstand.

Frühjahr 2021

Über eine Internetrecherche entsteht aus einem Online - Kontakt zwischen jungen Erwachsenen im Flüchtlingslager Moria und Bettina Renner ein Projekt: 

Im Rahmen der Initiative „Wave of Hope for the Future“ organisieren die jungen Geflüchteten Spiele und Zeichennachmittag für Kinder im Lager, um ihnen glückliche Momente zu schenken. 

Gemeinsam mit Kolleginnen in Berlin entwickeln wir Workshops und sammeln Spendengelder - die jungen Erwachsenen im Lager können ihr Projekt so vor Ort erweitern und regelmäßig statt finden lassen. 

November / Dezember 2021


Nach dem Brand des Lagers werden viele geflüchtete von Lesbos in Lager auf dem Festland verlegt, zum Beispiel in das Lager Malakasa nahe Athen.  Wie ist es möglich, ein gemeinsames kreatives,  interkulturelles Projekt für die Kinder in diesem Lager auf die Beine zu stellen? 


Oh Tannenbaum 

Wir erzählen gemeinsam den Kindern Geschichten über die Tradition des Weihnachtsbaumes in Europa. Wie würden die Kinder einen Baum schmücken, gäbe es eine ähnliche Tradition in ihrer Kultur? Ein Feuerwerk der Ideen und kreativen Arbeiten entsteht!  Aus den Fotografien der Arbeiten und Workshops gestalten wir Plakate (Grafik: Lena Waldespühl). Diese erzählen auch aus der Perspektive der jungen Geflüchteten, was es bedeutet, in einem Flüchtlingslager in Europa leben zu müssen. Die Plakate werden in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Bautzen in den Fenstern des Rathauses Bautzen und des Kulturamtes Bautzen frei zugänglich und öffentlich sichtbar ausgestellt. 


Förderung: Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und Stadt Bautzen

 Juli / August 2021

Wir erzählen den Kindern im Lager Malakasa eine Sage der Lausitz - die Sage vom Riesen Sprejnik: Ein Riese wird von den Bewohnern seines Reiches gebeten, sie zu beschützen. Also baute er ihnen eine Stadt - eine Stadt, die die Menschen Budissin nannten - das heutige Bautzen. Die Menschen wünschten sich von ihm, beschützt zu werden. Also baute er sich Pfeil und Bogen. Er probierte mit drei Pfeilen seine Waffe. Die Menschen staunten, wie weit und mit welch großer Kraft er sie schießen konnte. Sie eilten zu den Stellen, an denen sich die Pfeile in die Erde gebohrt hatten. Sie konnten sie aber nicht herausziehen, so fest steckten sie in der Erde. Sie gruben und gruben - als sie sie herausziehen konnten, sprudelte plötzlich Wasser. Quellen eines Flusses - den die Menschen zu Ehren ihres Riesen Spree nannten. 

Die Kinder im Lager mochten die Sage sehr und bastelten sie aus unterschiedlichem Material - ganz ohne Anleitung und frei nach ihrer Fantasie. Ihre Kreativität ist beeindruckend!

In der Lausitz - in der Stadt Bautzen - haben Bettina Renner und Katarzyna Kudzewiczs (Kulturamt der Stadt Bautzen) eine Ausstellung im Öffentlichen Raum organisiert:
Auf Plakaten wird die Sage vom Riesen Sprejnik als Fortsetzungsgeschichte erzählt - die Illustrationen zu jedem Kapitel der Geschichten sind Fotografien der Arbeiten der Kinder.  Charlotte Rath hat die Gestaltung der Plakate entworfen. Die Ausstellung zeigt nicht nur die Kreativität der Kindern - sondern sie macht sie sichtbar - sie persönlich, aber auch alle Menschen auf der Flucht, die in den Flüchtlingslagern Europas fest stecken. Denn zum Plakat-Rundgang der Geschichte haben wir auch Plakate ausgestellt, die die Kinder im Workshop und Menschen in ihrem Alltag im Lager abbilden.

Dezember 2021

 

Die Kinder im Flüchtlingslager wissen, dass zu allen anderen Kindern der Weihnachtsmann kommt - nur zu ihnen nicht. Sie denken es liegt daran, dass sie in einem Flüchtlingslager leben. Es ist schwer für mich, ihnen zu sagen, dass er wahrscheinlich es nicht schaffen kann, zu allen Kindern zu kommen. Es wäre ein Traum, käme wirklich einmal der Weihnachtsmann auch zu ihnen. 

 

Farzanah Hakimi 

 

Ein Wunsch, der so einfach klingt. Und tatsächlich ist es auch gar nicht so schwer, ihn zu erfüllen, wenn viele Menschen dabei helfen. 

Das Kostüm lieh uns das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen. Den Weihnachtsmann selbst fanden wir in Athen - über Freunde von Freunden. Der Regisseur Stratis Vogiatzis übernahm die Rolle. Der Landkreis Bautzen förderte das Projekt - ebenso das Kulturamt der Stadt Bautzen.  Dazu kam eine großzüge Spende des Filmtechnikverleihs Camelot aus Berlin. Die Pfefferkuchenbäckerei Löschner aus Pulsnitz spendete 400 Pfefferkuchen-Sterne.

Wie sehr die Kinder begeistert waren, als 'Baba Noël' - wie sie den Weihnachtsmann nennen - zu ihnen kam: diesen Moment der Freude haben wir in einem kurzen Video festgehalten.



Förderung: Landkreis Bautzen, Stadt Bautzen, Pfefferkuchenbäckerei Löschner, Camelot

Frühjahr 2022

Über die Ausstellung "Mutiger Ritter mit magischem Pferd" gibt es hier bald mehr zu lesen. 

Pfingsten 2022 

Mut und Magie

Dass ihre fantasievollen Arbeiten zur Geschichte vom Ritter Dutschmann in einer Ausstellung im Museum Bautzen zu sehen sind, ist für die Kinder und ihre Familien bisher unvorstellbar! Für sie ist es ein Traum, die Heimat des Ritters und natürlich auch diese Ausstellung mit eigenen Augen zu sehen. Pfingsten 2022 konnten wir diesen Traum erfüllen und die Familien nach Bautzen einladen, die inzwischen in Deutschland sind.



Kooperationspartner:

Willkommen in Bautzen e.V.
Serbski ludowy ansambl -  Sorbisches National-Ensemble
Museum Bautzen
Pro Museo Förderverein des Museums Bautzen e.V.
Thespis Zentrum Bautzen - Deutsch Sorbisches Volkstheater Bautzen


Weihnachten 2022

Auch zum Weihnachtsfest 2022 kam der Weihnachtsmann zu den Kindern im Flüchtlingslager Malakasa (Griechenland). 

In diesem Jahr war es weitaus schwieriger, Spenden für diese Aktion zu erhalten - letztlich ist es vor allem der Firma Camelot, dem Volkssolidarität Kreisverband Bautzen und dem Oberlausitzer Kinderhilfe e.V. zu verdanken, dass Baba Noel zu den Kindern im Flüchtlingslager Malakasa kommen konnte - und natürlich auch unseren wunderbaren Partnern vor Ort, allen voran Farzana Hakimi. Ihr ist es auch zu verdanken, dass Baba Noel überhaupt in das Lager kommen konnte, denn eigentlich ist es mittlerweile Organisationen und Menschen von außen nicht mehr möglich, Flüchtlingslager in Griechenland  zu betreten.


Die Kinder haben sich riesig über den Besuch vom Weihnachtsmann gefreut - sie haben mit ihm getanzt und gelacht. Und sie haben ihm auch von ihrem Leben erzählt, ihren Sorgen und Wünschen. Einmal mehr wurde uns klar, wie wichtig es für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung es ist, gesehen zu werden. Eineige der Teenager und jungen Erwachsenen halfen beherzt bei dieser Aktion - auch das ist eine Erfahrung, die wir gern teilen: Die große Solidarität, die Menschen mit Fluchterfahrung in diesen Lagern auch miteinander leben. 


Am Ende der Veranstaltung bekamen auch die jungen Erwachsenen Geschenk von Baba Noel, ein junger Mann sagte zu ihm: Bist Du wirklich Santa Claus - Baba Noel? Wirklich? Dich gibt es wirklich? Das habe ich nicht gewußt. Es ist für mich gerade, wie ein Wunder zu erleben. Das macht mich glücklich. Und gibt mir Mut. Danke, Baba Noel. 

Ein Wiedersehen in 2023 


Im Jahr 2023 gründeten wir unseren Verein „Mut und Magie e.V.“ - und als erstes Projekt organisierten wir ein Wiedersehen und Treffen mit allen Familien, die inzwischen in Deutschland leben in Bautzen.


Die Vorbereitungen und die Organisation war ein Erlebnis - denn diesmal konnten wir schon viel stärker die Kinder einbeziehen. Es war wunderbar, sechs Familien in Bautzen zu begrüßen - es war ein großes Hallo - für alle. 

An diesem Wochenende wurde es uns auch bewußt, wie schön es für die Kinder ist, einander wiederzusehen und Beziehungen aufzubauen. Sie teilen eine Geschichte, Erinnerungen und erleben auch nun vieles ganz ähnlich. So erzählten uns einig Kinder, dass sie an ihren neuen Wohnorten und in der Schule keinen Kontakt zu deutschen Gleichaltrigen haben, denn sie leben in Stadtteilen, die fats ausschließlich von Migrant:innen bewohnt werden. 

An einem Abend veranstaltete wir ein Fest der Begegnung. Die Kinder erzählten uns, was sie im vergangenen Jahr erlebten und brachten uns Überraschungen mit: Ein selbstnährendes Auto - einen Text über die Situation von Frauen in Afghanistan und viele Geschichten, in denen die Kinder von sich und ihren Erbnissen erzählten. 

Ein Highlight für alle war das Graffiti - Projekt. Gemeinsam mit Bautzener Jugendlichen gestalteten die Kinder eine Wand in einem Jugendtreff - wir fragen sie, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Uns haben die Bilder sehr berührt. 



Gefördert von:


Fonds auf Augenhöhe
Terres des Hommes

Landratsamt Bautzen - Integrative Maßnahmen

&

private Spender:innen